KRAWATTE UND KOSTÜM
Auch die richtige Kleidung gehört zu einer guten Vorbereitung. In jedem Fall ist die Kleidung zu wählen, in der man sich wohl fühlt und die einen gepflegten und seriösen Eindruck macht. Die Wahl hängt natürlich auch davon ab, bei welchem Unternehmen man sich vorstellt und für welche Position man sich bewirbt. Als Orientierung können diejenigen dienen, die bereits ein einer vergleichbaren Position arbeiten. Wichtig ist allerdings, dass man nicht in völlig ungewohnter "Aufmachung" erscheint, denn es ist schnell zu erkennen, wenn man sich in seiner Kleidung nicht wohl fühlt.
Das Einstellungsinterview sollte man als Informationsaustausch verstehen. Vor diesem Hintergrund sollte das Vorstellungsgespräch als echter Dialog geführt werden. Es geht um eine wichtige Entscheidung, die mit einigem Risiko verbunden ist - und das gilt sowohl für das Unternehmen wie für den Bewerber. Eine realitätsnahe Selbstdarstellung beider Seiten ist für eine erfolgreiche Zusammenarbeit enorm wichtig.
Während des Interviews sollte man darauf achten, überlange Monologe, aber auch langes Schweigen zu vermeiden - beides ist für den Gesprächspartner anstrengend und nicht überzeugend. Es gibt aber keine "Muster- oder Standardvorstellungsgespräche". Manchmal werden standardisierte Interviewleitfäden verwendet, meist entwickeln sich die Gespräche frei nach einem vorbereiteten Fragenkatalog. Grundlage des Dialogs ist meist der Lebenslauf des Bewerbers. Man sollte die dort aufgeführten Informationen nicht allzu ausführlich wiederholen - schließlich kann man davon ausgehen, dass das Gegenüber die Fakten kennt.
Beim Gespräch wird der Bewerber vor allem erklären müssen, warum er bestimmte Entscheidungen in seinem bisherigen Lebensverlauf getroffen hat und welche Zielvorstellungen er für die Zukunft hat. Es kann zum Beispiel um die Motivation bei der Wahl des Studiums oder der Fächerkombination gehen. Oder es kommt die Frage, warum der Bewerber sich gerade auf die ausgeschriebene Stelle beworben hat. Den Personalverantwortlichen interessiert auch, welche Erwartungen und Vorstellungen der Gesprächspartner mit der Position verbindet. Oft muss der Bewerber das Thema seiner Diplomarbeit erläutern. Und gerade in international agierenden Unternehmen werden im Vorstellungsgespräch häufig auch die Englisch-Kenntnisse getestet. Insgesamt versucht der Arbeitgeber, durch das Gespräch die Teamorientierung, Kontaktfähigkeit und Einsatzbereitschaft des Kandidaten besser einschätzen zu können. Auch über Qualitäten wie den sprachlichen Ausdruck sowie das Konzentrations- und Differenzierungsvermögen gibt ein Interview Aufschluss. Für den Bewerber ist es wichtig, einen möglichst guten Eindruck vom Unternehmen und der Stelle zu gewinnen. Wer dieses Interesse im Gespräch durch seine Fragen vermittelt, sammelt Pluspunkte.
Bewerber müssen häufig auch zwei Gespräche führen: eines mit der Personal- und eines mit der Fachabteilung. Oft finden sie am gleichen Tag statt. Manchmal aber übernimmt eine der Abteilungen (in der Regel die Personalabteilung) eine Vorauswahl, so dass ein zweiter Gesprächstermin vereinbart wird.
Beim Interview in der Personalabteilung geht es in erster Linie um die persönliche Qualifikation. Fachliche Fragen stehen eher im Hintergrund. Hier werden Themen wie Arbeitsvertrag, Gehalt und Einstiegsposition behandelt. In der Fachabteilung wird das Gespräch meist vom späteren Vorgesetzten geführt. Ihn interessiert vor allem die fachliche Qualifikation und die Integrationsfähigkeit in die Abteilung. Deshalb sollte man auch auf Detailfragen, z.B. zur Diplomarbeit, vorbereitet sein. Die Gespräche können jeweils von 45 Minuten bis zu mehreren Stunden dauern. Werden noch bestimmte Testverfahren oder ein Assessment Center eingesetzt, muss man ein bis zwei Tage einrechnen.